Moira

Dialog mit der großen Mutter am 14.9.2020
 
Irini: Enttäuscht und deprimiert, nein wütend bin ich angesichts des politischen Versagens in Moria. In der Nacht vom 9.9.2020 brannte das Flüchtlingslager komplett aus. Etwa 12.500 Menschen, darunter Kranke, Invalide und unbegleitete Jugendliche sind auf der Straße, obdachlos. Eine Schande und ein Mahnmal europäischen Versagens. Und nach dem Brand?  Hoffnung, dass diesen Menschen nun endlich der Weg nach Europa nicht mehr verwehrt werden könne. Doch die Antwort der Entscheidungsträger: Hilfe vor Ort, mit dem Aufbau einer Zeltstadt wurde begonnen.
Aufgebrachte wütende suchende Menschen, aufgebrachte Inselbewohner, die mit Straßensperren versuchen ihre Dörfer vor den flüchtenden Menschen zu schützen. Am 7.9.2020 wurden 35 BewohnerInnen des Camps positiv auf Covid 19 getestet. Sie sollten das Camp und ihre Angehörigen verlassen. Da brach Wut und Ärger im Camp aus. Die miserablen und menschenunwürdigen hygienischen Bedingungen dort sollten der Abschreckung dienen, weitere Asylsuchende verhindern. Europa, die Menschenrechtsverletzungen anderer Staaten scharf kritisierend, setzt sich über das fundamentale Recht auf Asyl hinweg. Wegschauen, Versprechen, Ausschüsse, Verhandlungen, um alle europäischen Mitgliedsstaaten ins Boot zu holen; vordergründige Maßnahmen, vorgetäuschtes Interesse, um nicht handeln zu müssen, die Probleme an die Staaten der europäischen Außengrenzen zu verschieben. Die Taktik, sich auf den Dubliner Vertrag zu beziehen, ist angesichts der Katastrophen im Mittelmeer und der überfüllten Lager in Griechenland, Italien und Spanien arrogant und unfair.
Die griechische Insel Lesbos hat ca. 80.000 Einwohner, und bis vor wenigen Wochen lebten ca. 20.000 Asylbewerber vor den Toren der Inselhauptstadt Mytilini. Für Griechenland, insbesondere für die Inselbewohner, ist diese Last nicht mehr zu schultern. Die Ängste in der Zeit der Pandemie kommen hinzu, und Europa, insbesondere die Politiker der Partei mit dem großen C für christlich, berufen sich auf Sachzwänge und die in den europäischen Mitgliedsstaaten abnehmende bis nicht vorhandene Solidarität. In Deutschland stehen gut ausgestattete Erstaufnahmelager leer. Einzelne Städte und Bundesländer haben angeboten, Flüchtlinge aufzunehmen. Der Bundesinnenminister lehnt das im Alleingang ab. Tausend oder Zweitausend Asylsuchende Menschen auf 88 Millionen Einwohner sieht nicht unlösbar aus. Wo ist das Problem für Herrn Seehofer? Wahlen? Werden die Menschen der Angst vor zur AFD abwandernden CDU-Wählern geopfert oder gibt es andere nicht saubere Deals?
Viele Menschen auf Deutschlands Straßen, Demonstrationen in den Städten, vor Kirchen und Ratshäusern fordern Mitgefühl und humanitäre Hilfe. Mehr als die Hälfte der europäischen Mitgliedsstaaten ist nicht bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Was geht hier vor? Wie lange noch müssen unschuldige, aus Kriegsgebieten geflohene Männer Frauen und Kinder für eine gescheiterte Europapolitik und für persönliche Eitelkeiten leiden?
Gerade jetzt sind die Umstände hier auf der Insel sehr unmenschlich. Kein Essen, kein Trinken, kein Dach über dem Kopf für dreizehntausend am Straßenrand und in den Wäldern kauernde Menschen.
Wofür Mutter?
Was soll gelernt werden?
Die allgemeine Hilflosigkeit ist groß.
 
Antwort der Großen Mutter:
Still, werde still Tochter. Allgemeine Angst und Unruhe haben dich erfasst. Dein klares Denken setzt aus. Du teilst die Ohnmacht der Geflüchteten. Das ist im Gegensatz zu Anteilnahme nicht hilfreich.
Die Situation ist schrecklich und menschenunwürdig. Wegschauen ist für manche Entscheidungsträger einfacher. Sie verschließen ihr Herz, lösen Einzelschicksale in der großen Zahl einer Gruppe auf. Verantwortung zu übernehmen würde bedeuten, sich den Ursachen zu stellen. Viele deutsche Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete – entgegen den öffentlichen Beteuerungen. Damit ist richtig viel Geld zu verdienen. Unsaubere Geschäfte. Viele Politiker stehen unter Druck, sind gekauft oder werden erpresst. Die Information, welche persönliche und gesellschaftliche Katastrophen drohen, wenn sich Politiker für eine humane Asylpolitik entscheiden, findet nicht Platz in euren Zeitungen. Nein, es geht nicht nur um Arbeitsplätze. Stell den Ton ab bei den Abendnachrichten im Fernsehen und achte auf die Gesichter, die Haltung der Politiker. Unter gewaltigem Druck stehen sie, und es fließt viel unsauberes Geld.
 
Hilfe? Nach Hilfe fragst du?
Schicke Liebe, schicke Heilung, schicke freundliche Gedanken an diese Menschen, die dich so wütend machen, und schicke auch Liebe zu den Menschen in Moria und unterstütze sie soweit du kannst auch mit Geld an die Hilfsorganisationen. Ein großer Umwälzungsprozess ist im Gang. Transformation. Die Liebe wird siegen, auch in den USA und in den osteuropäischen und asiatischen Ländern. Die Brutalität, mit der die Demokratie bekämpft wird, es ist ein harter und ein letzter Kampf auch. Dunkle Kräfte bauen sich auf überall auf der Erde. Ihr Imperium wird fallen in einem einzigen nicht vorstellbaren Moment. Habe Geduld, lass dich nicht ängstigen, bleibe in der Liebe und vertraue. Alles ist Licht, alles dient dem Fortbestand des Planeten Erde. Lichte Kräfte und Energien sind unterwegs zur Erde. Bleibe standhaft in deinem Vertrauen. Bewerte und verurteile nicht. Beobachte, erkenne. Vor allem aber vertraue.
 
Es gibt für die Menschen in Moria Hoffnung und Veränderung, nur nicht in dem gewünschten Tempo. Von Lesbos, eurer Insel, wird die Last der Schande genommen., die schon seit fünf Jahren auf ihr liegt. Tourismus und Wirtschaft werden blühen, so wie du es ja auch in deinem Inneren siehst. Bleibe standhaft, bleibe in der Liebe und im Vertrauen, und sende dein Licht aus.
Ich, die Mutter, segne dich.

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